| Two great articles about Wegener to be found in several German newspapers (07.11.2007) |
| Eine Weltmarke aus Lauterbach Wegener liefert Athleten-Hüte für Olympia und Zylinder für Ascot - Seit wenigen Wochen arbeitet Unternehmen für Bugatti LAUTERBACH. Die Eröffnungsfeiern Olympischer Sommerspiele treiben Firmenchef Hans Theodor Wegener stets Schauer über den Rücken: Wenn die deutschen Athleten unter den Augen der ganzen Welt in die Stadien einziehen, tragen sie seit 1988 Hüte von Wegener. 1960 in Tokio, 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney, 2004 in Athen - stets waren die Sportler, die der schwarz-rot-goldenen Flagge folgten, durch Kopfbedeckungen aus Lauterbach behütet. "Das macht stolz - auch meine Mitarbeiter", sagt Wegener. Ob die Sportler auch in Peking 2008 Wegener tragen, ist noch offen. China ist aber so heiß, dass die Athleten wohl um eine Kopfbedeckung nicht umhin kommen. "Wir sind im Rennen", sagt Wegener. Adler, C&A, Karstadt, Galeria Kaufhof, Neckermann - alle großen Handelsmarken werden von Wegener (Werbeslogan: "Wegener Headwear ... immer ganz oben!") mit unterschiedlichen Kollektionen beliefert. Allerdings steht in diesen Mützen und Hüten nicht Wegener, sondern ein jeweils anderer Markenname. "Wir wollen dem Fachhandel, der Wegener verkauft, keine Konkurrenz machen", erklärt der Unternehmer. Seit wenigen Wochen liefert Wegener für Bugatti weltweit modische Kopfbedeckungen für die Sommer- und Winterkollektion, hochwertige Baseballcaps und neue Designs. Aber auch hier steht nicht Wegener auf dem Etikett, sondern eben Bugatti. "Modische Kopfbedeckungen haben den Vorteil, dass sie auch getragen werden, wenn es nicht so kalt ist", freut sich Wegener. Auch für den Skibekleidungshersteller Schöffel und Lodenproduzenten Giesswein stellte Wegener Kopfbedeckungen her. Die Marke R&M Wegener wird ausschließlich im Fachhandel verkauft. In der Hutique neben der Fabrik in Lauterbach, in der Kasseler City sowie im Winter in Fulda in der Eisdiele Perilli führt Wegener eigene Geschäfte. Vielseitigkeit ist Trumpf. Vor einigen Wochen lieferte das Unternehmen, das heute 64 Mitarbeiter beschäftigt, 2000 blaue "Pill-Boxes", Hüte, wie sie Lady Di gerne trug, an TUI-Stewardessen. Ein ähnlicher Auftrag von Air Berlin soll folgen. 10 000 Polizeimützen, die in die Hosentasche passen, wurde an Beamte in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen übergeben. Die Förster in acht Bundesländern sind mit 3000 wasserdichten Goretex-Hüte aus Lauterbach ausgestattet. Seit langem tragen die Bahnschaffner in Österreich und die Carabinieri in Italien im Dienst Wegener. Insgesamt 1,5 Millionen Kopfbedeckungen bringt das Unternehmen pro Jahr in den Handel, davon sind ein Drittel Kinder-, zwei Drittel Erwachsenen-Mützen und -Hüte. Produziert wird überwiegend in einem Joint-Venture in Polen sowie in Italien und China. 20 000 Kopfbedeckungen, insbesondere Filzhüte mit Goretex, Westernhüte und Zylinder, werden in Blitzenrod selbst hergestellt. Ein gewaltiges Entwicklungspotenzial sieht Wegener in Russland. Seit 1990 ist das Unternehmen in Moskau präsent. "Derzeit machen wir dort 400 000 Euro Umsatz im Jahr. Angesichts der großen Bevölkerungszahl und der niedrigen Temperaturen Russlands könnte das noch deutlich mehr werden", glaubt Hans Theodor Wegener. Wegener ist weltweit der letzte industrielle Hersteller von Zylindern. Eine Gala in Las Vegas, ein Fest in Japan, Ute Lemper in Paris - man trägt Zylinder aus Lauterbach. Als Mittelständler ist Wegener in der Lage, jede Losgröße von der Einzelanfertigung bis zur Massenware zu produzieren. Bis heute ist er der größte Lieferant der traditionellen grauen Zylinder für das Pferderennen von Ascot in England. Soziale Verantwortung und technische Innovation Vor 190 Jahren gegründetes Familienunternehmen wird inzwischen in der sechsten Generation geführt LAUTERBACH. Wegeners Wiege steht in Altona. Im November 1817 - vor 190 Jahren - gründete Hutmacher Nicolaus Hinrich Dubbers in dem Hamburger Vorort die Hutfabrik N. H. Dubbers. Die Geschäfte in Skandinavien und, geleitet von Dubbers´ Schwiegersohn Theodor Ferdinand Wegener, in Südamerika florierten. Gemeinsam mit zwei Söhnen des Gründers wurde Theodor Ferdinand Wegener 1867 Teilhaber des Unternehmens. Dessen Söhne, Robert und Max (daher R&M Wegener), wurden später technischer und kaufmännischer Leiter des Betriebs. In den 1880er Jahren regten Robert und Max Wegener an, einen neuen Standort zu suchen, da in Altona das Lohnniveau stark gestiegen war. Sie entschieden sich für Lauterbach im Vogelsberg, wo ein Grundstück einer abgebrannten Spinnerei zum Verkauf stand. 1883 begann hier der Aufbau einer modernen Fabrik, der Firmensitz kam am 1. März 1884 nach Oberhessen. Im Mai 1885 zog der gesamte Betrieb mit einem Drittel der Belegschaft um. Ab April 1888, als Nicolaus Dubbers aus der Firma ausgeschieden war, nannte sie sich "Haarhutfabrik R&M Wegener". Für ein gutes Betriebsklima sorgten ungewöhnliche Sozialleistungen. Die Firma baute zahlreiche, heute noch existierende "Arbeiter- und Werkführer-Wohnhäuser". Wegener schuf eine Badeanstalt, einen Kindergarten und eine Sparkasse für die Mitarbeiter. Wer zehn Jahre dem Betrieb angehörte, bekam sogar bezahlten Urlaub. Wegener handelte bereits ökologisch, als dieses Wort noch unbekannt war. Seit 1885 produziert eine Wasserturbine Strom. Die erzeugte Strommenge liegt heute bei 350.000 Kilowatt-Stunden; mit Photovoltaikanlagen produziert Wegener weitere 60.000 Kilowattstunden saubere Energie. Das entspricht insgesamt der Menge, die 120 Privathaushalte im Jahr verbrauchen. Um 1900 wurde ein großer Teil der Produktion exportiert, vor allem nach Südamerika. Als diese Staaten hohe Importzölle erhoben, musste sich die Firma auf den Inlandsmarkt konzentrieren. Robert Wegener gelang es, die Herstellungskosten auf das Niveau der deutschen Konkurrenten zu senken und die Hüte dem deutschen Geschmack anzupassen. Er begann 1904 als 59-Jähriger, sich aus dem Geschäftsleben zurückzuziehen. Seine Söhne Kurt Theodor und Edgar rückten nach und übernahmen 1914 die Betriebsleitung. Im Ersten Weltkrieg gab es keine Versorgung der Familien der Soldaten. Ehe sie selbst einrückten, ordneten Kurt und Edgar Wegener an, dass die Firma die Mieten der Soldatenfamilien übernahm und bei Gefallenen nach Kriegsende weiter zahlte. Die Arbeiter erhielten auch Kindergeld und kostenlosen Strom. Zwischen den Weltkriegen stieg die Zahl der Arbeiter auf über 250. Beide Brüder bauten weitere Häuser für die Arbeiterfamilien und ließen diese dort günstig wohnen. Während des Zweiten Weltkrieges fiel Edgar Wegener. Sein Bruder Kurt Theodor übernahm die komplette Leitung in der Blitzenröder Haarhutfabrik. Ihm verdankt das Unternehmen seine heutige Bedeutung. Kurt Theodor Wegeners Söhne Klaus Theodor und Hans übernahmen nach 1945 die Leitung der Firma. Klaus Theodor brachte vor allem umfangreiches technisches Können ein, das er sich in den USA erworben hatte. Bis 1966 leiteten die Brüder gemeinsam den Familienbetrieb, als Klaus Wegener bei einem Autounfall starb. Seit 1978 leitet sein ältester Sohn Hans Theodor Wegener (heute 58) den Betrieb. Die nächste, die siebte Generation steht mit Hans Theodors Sohn Klaus (23) und Tochter Theresa (20) schon in den Startlöchern. Hinter der roten Backstein-Fassade des Werkes in Lauterbach kombiniert Wegener Tradition und Innovation.
Hans Theodor Wegener und Mitarbeiterin Sibylle Schneider beraten Kunden in der firmeneigenen Hutique.
Die deutsche Olympiamannschaft jubelte der Welt 2004 in Athen mit Wegener-Hüten zu.
Die Wasserkraftanlage des Unternehmens produziert seit 1885 sauberen Strom für Betrieb und Mitarbeiter.
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